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Inflation: Tipps für Gastronomen in der Krise

Jahrzehntelang galt die Gastronomie als besonders sichere und stabile Branche. Die Corona Pandemie und die Inflation sind zwei große Krisen, die der Gastronomie innerhalb kurzer Zeit sehr zugesetzt hat. Jede dieser Krisen hat schon Gastronomen in die Knie gezwungen und hindert andere daran, ein Lokal zu öffnen. Selbst erfahrene Gastronomen haben Umsatzrückgänge. Hier erfährst du einige Tipps und Tricks, wie du der Krise die Stirn bietest.

Gestiegene Kosten - was tun?

Aufgrund der Inflation sind diverse Produkte teurer geworden, mal mehr, mal weniger. Rapsöl ist nur ein Beispiel, egal ob Mehl, Eier, oder Strom und Gas. Das zwingt einen, die Preise anzuheben, was die Gäste (besonders wertvolle Stammkunden) natürlich nicht so toll finden. Wenn es keinen weiteren Weg daran vorbei gibt, ist dies die einzige Alternative. Hier sollte man das Gericht aber nicht mehr als ungefähr 30% teurer anbieten, sonst denkt sich ein Stammkunde “Was? Das hab ich doch früher noch für X Euro bekommen, nein, das lohnt sich doch gar nicht mehr”.
Als Tipp hier: achte auf Angebote, und das nicht nur bei deinem Lieferanten. Auch Kaufland, Edeka etc. oder sogar neue regionale Hersteller bieten häufig unschlagbare Preise.  Denn auch wenn der Transport umständlich sein kann,

wenn man dadurch eine Menge Geld spart, hat es sich gelohnt.
Wer noch mehr Geld sparen möchte, muss dafür auch Aufwand reinstecken, so lohnt es sich, seine Waren- und Personaleinsätze mindestens einmal pro Woche zu prüfen, anstatt nur jeden Monat. So findet man sehr häufig Potential zur Optimierung.

Einen Energieberater zu buchen ist auch eine exzellente Idee. Dieser findet heraus, wo du Energie verschwendest und wie deine Mitarbeiter mit Energie umgehen. Außerdem kann er dir (aufpassen) “bessere” Verträge für Strom und Gas besorgen, die ohne großen Aufwand bares Geld sparen.

In so einer Krise muss man jeden Weg, um den Gast ins Lokal zu bringen, nutzen. So vernachlässigen viele Restaurants, Bars, etc. Socialmedia. Facebook, Instagram und auch TikTok bieten unglaublich viel Mehrwert für dich. 
Es ist auch extrem von Vorteil, durch Social Media Posts im Kopf deiner Gäste zu bleiben. Wer damit Schwierigkeiten hat, dem bieten wir ein Webseite & Marketing Paket an.

Kellner serviert Essen an Tisch am Restaurant
https://pixabay.com/de/users/antonytrivet-3549802/

Speisekarte ändern

Ein No-Brainer Schritt ist, die Speisekarte zu überarbeiten.
Man sollte Gerichte, die weniger beliebt sind und kleine Margen haben, aus der Speisekarte (zumindest vorübergehend) entfernen und gleichzeitig neue Speisen hinzufügen, die weniger oder kaum von der Inflation betroffen sind. So optimiert man die Effizienz der Warenwirtschaft und räumt gleichzeitig die Speisekarte etwas auf.

Als nächstes können neue Menüs entworfen werden (am besten unter 20€), die auf den ersten Blick ein Schnäppchen sind. So motiviert man den Gast, Gerichte und Beilagen zu bestellen, die er sonst nicht bestellen würde, aber da es ein Menü ist, muss man quasi eines auswählen. Auch gut als Pärchen oder Familien-Menü.

Zuallerletzt bietet sich die Option, jedes einzelne Gericht zu optimieren. Auch, wenn es niemand mag, kann man unter anderem die Portionsgröße anpassen, mit teuren Zutaten sparen oder diese ersetzen. Das ist zwar sehr schade und riskant, da sowas auch schlecht ankommen kann, aber wenn es ums “überleben” geht und man nicht wirklich eine andere Wahl hat, ist dies definitiv verständlich.

Doch eine physische Speisekarte zu bearbeiten und unter Umständen noch neu drucken zu lassen, kann auch teuer sein und auch viel Aufwand kosten. Eine Lösung bietet hier eine digitale Speisekarte. Diese kann man sehr simpel online bearbeiten, ohne irgendwas neu zu drucken. Neben Preisen, auch Bilder, Kategorien, auch Beschreibungen. Auch von zuhause oder unterwegs. Für mehr Vorteile einer digitalen Speisekarte empfehlen wir den Text “Lohnt sich eine digitale Speisekarte?”.

Öffnungszeiten überarbeiten

Uhr mit Tasse Tee oder Kaffee
https://pixabay.com/de/users/congerdesign-509903/

Jede Stunde, die dein Lokal offen ist, kostet dich Geld. Nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Heizung und Strom. Besonders schlecht besuchte Stunden tun auch der Moral schlecht. Keiner wartet gerne oder sitzt gerne auf der Arbeit einfach gelangweilt rum und auch für den Gast kann es unangenehm sein, der einzige zu sein. 

Bevor man aber die Öffnungszeiten verkürzt, sollte man aber sehr, sehr vorsichtig sein. Denn was wäre schlimmer, wenn ein Gast denkt, du hast offen, freut sich auf dein Lokal und am Ende steht er vor der Tür – weil du geschlossen hast. Hier willkürlich die Zeiten zu bearbeiten ist furchtbar. Am besten man hat eine Übersicht seiner Gäste, sei es handschriftlich, über das Kassensystem, oder die Aufrufe der digitalen Speisekarte, die man über mindestens zwei Wochen lang auswerten kann.

Sobald man neue Öffnungszeiten hat, sollte man unbedingt dafür sorgen, dass die Gäste die neuen Öffnungszeiten auch mitbekommen. Sonst drohen Enttäuschungen.

Sehr oft wird das ändern bei Google My Business vergessen (die Google Öffnungszeiten). Mir selbst passiert es so oft, dass ich neben der Google-Öffnungszeiten anrufen muss, um sicher zu gehen, ob das Lokal geöffnet ist.

Hierzu kann man sich unter https://business.google.com/ einloggen und die Öffnungszeiten ändern. Falls man die Zugangsdaten vergessen hat, kann man sie erneut anfordern oder optional auch einfach als “Gast” neue Öffnungszeiten vorschlagen.

Ansonsten die neuen Öffnungszeiten klar kommunizieren, wie z.B. mit einem Schild am Eingang oder einem Facebook-oder Instagram-Post.

Das solltest du NICHT tun

Es gibt wenige Dinge, die du tun kannst, aber tausend Dinge, die du nicht tun solltest. Deswegen hier eine kurze Liste:

  • Qualität drastisch senken um Kosten zu sparen
  • Preise plötzlich deutlich erhöhen
  • Kühlere Raumtemperatur halten um Heizkosten zu sparen
  • Weniger einladend wirken
  • Komplett für mehrere Tage schließen
  • Social Media vernachlässigen
  • Schmutzige Speisekarten anbieten
  • Gar nicht mehr ins Lokal investieren
  • Unsicherheit an Mitarbeiter oder Gäste vermitteln
  • Personal nicht an neue Situationen schulen
  • Lange Wartezeiten nicht bekämpfen
  • Bewertungen unbeantwortet lassen
  • Gäste anlügen
  • Öffnungszeiten gleich halten
  • Dich generell nicht anzupassen an neue Situationen

Fazit

Die Inflation stellt jeden Gastronomen auf die Prüfung und es gibt viel zu tun. Es gibt bei wahrscheinlich jedem Restaurant, in jeder Bar, in jedem Café, die eine oder andere Neuerung. Von neuen Heiz-Verträgen bis hin zu einer digitalen Speisekarte, es bietet sich viel Potential, um Geld zu sparen. 

Grundsätzlich sollte man jedoch den Kern einer Gastronomie beim Alten lassen: einladend wirken und Vorfreude bringen. Einen guten Besuch als Gast hat man nur durch einen guten Service, leckeres Essen (oder leckere Getränke), eine schöne Atmosphäre und Authentizität.

Lass nicht den Preis Ausschlag geben, ob es sich gelohnt hat oder nicht!

Titelbild: https://www.pexels.com/de-de/@bluerhinomedia/